Die Sängerin Brigitte Fassbaender erhält den Theaterpreis «Der Faust 2026» für ihr Lebenswerk. Die Jury ehre eine «Mezzosopranistin von herausragender Persönlichkeit, die in ihrer Karriere alle wichtigen Partien ihres Fachs gesungen hat», teilte der Deutsche Bühnenverein in Köln mit. Sie habe sich nach ihrer aktiven Sängerinnen-Laufbahn ab 1995 auch als Musiktheater-Regisseurin profiliert.
Die Förderung junger Talente sei Fassbaender ebenfalls ein wichtiges Anliegen, hieß es. Sie unterrichte weltweit in Meisterkursen. Die Gesangspädagogin und Intendantin soll die Auszeichnung bei einer Gala am 14. November im Hessischen Staatstheater Wiesbaden erhalten.
Fassbaender habe das Musiktheater geprägt «wie kaum eine Sängerin ihrer Generation». Als Mezzosopranistin habe sie auf zahlreichen Bühnen weltweit brilliert. Ihr Wechsel ins Regiefach und ihre spätere langjährige Intendanz des Tiroler Landestheaters seien «Inspiration und Vorbild» für viele Frauen in dem damals noch stark männlich dominierten Beruf gewesen.
Fassbaender wurde 1939 in Berlin geboren und 1961 an die Bayerische Staatsoper engagiert. Von 1999 bis 2012 leitete sie das Tiroler Landestheater in Innsbruck. Zuvor war sie von 1995 bis 1997 Operndirektorin am Staatstheater Braunschweig. Bis heute ist sie den Angaben zufolge als gefragte Opern-Regisseurin tätig. Der Bühnenverein vergibt den Theaterpreis «Der Faust» seit 2006 zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder – in weiteren zwölf Kategorien.
