„Emilia Pérez“ gewinnt sieben César-Preise trotz Kontroversen
Das umstrittene Musical-Drama „Emilia Pérez“ hat bei den César-Filmpreisen sieben Auszeichnungen gewonnen. Der Film steht auch bei den Oscars vor einer wichtigen Herausforderung mit 13 Nominierungen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: )

Das Musical-Drama „Emilia Pérez“ hat bei den César-Filmpreisen, trotz anhaltender Kontroversen, sieben Auszeichnungen gewonnen. Der Film, unter der Regie von Jacques Audiard, erhielt unter anderem die Preise für den besten Film, die beste Regie und die beste Adaption.

Kontroversen um die Hauptdarstellerin

Der Film erzählt die Geschichte eines mexikanischen Drogenkartellchefs, der sich einer Geschlechtsangleichung zur Frau unterzieht. In den letzten Wochen stand der Film im Mittelpunkt einer Kontroversen. Die Hauptdarstellerin Karla Sofía Gascón hatte in nun gelöschten Posts auf dem sozialen Netzwerk X islamfeindliche und rassistische Äußerungen gemacht sowie scharfe Kritik an Kolleginnen geübt. Diese Äußerungen führten zu einer Welle der Empörung, auf die Gascón mit einer Entschuldigung reagierte. Regisseur Audiard distanzierte sich von Gascón und bezeichnete ihre „hasserfüllten“ Kommentare als inakzeptabel.

Bei den César-Verleihungen war Audiard der einzige Teil des Filmteams, der auf die Bühne trat. Gascón war zwar in der Kategorie Beste Schauspielerin nominiert, ging jedoch leer aus. In seiner Dankesrede erwähnte Audiard seine Darstellerinnen, jedoch ohne sie namentlich zu nennen.

Kritik an KI-Einsatz im Film

Die Diskussion über den Film wird auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Produktionsprozess angeheizt. Der Tontechniker Cyril Holtz hatte im Mai angedeutet, dass Gascóns Gesang mithilfe von KI optimiert wurde, indem er mit der Stimme der französischen Sängerin Camille kombiniert wurde, die ebenfalls an der Filmmusik beteiligt war.

Oscar-Nominierungen und weitere Auszeichnungen

„Emilia Pérez“ wird bei den bevorstehenden Oscars mit 13 Nominierungen, darunter Bester Film und Bester internationaler Film, antreten. Gascón ist die erste Transfrau, die in der Geschichte Hollywoods für die Beste Hauptdarstellerin nominiert wurde. Der Film gilt als Favorit und hat mehr Nominierungen erhalten als jeder andere außerhalb der USA produzierte Film.

Ehrenpreise und César für besten ausländischen Film

Der César für den besten ausländischen Film ging an „The Zone of Interest“ von Jonathan Glazer, das das Leben von Rudolf Höß, dem Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz, thematisiert. Christian Friedel und Sandra Hüller spielen die Hauptrollen, wobei Hüller 2024 für ihre Leistung in dem Justizdrama „Anatomie eines Falls“ als Beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.

Julia Roberts wurde mit einem Ehren-César ausgezeichnet und nahm die Auszeichnung unter großem Applaus entgegen. In ihrer Dankesrede äußerte sie, dass ihr Leben derzeit wie ein Traum sei und bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen haben.

Die 50. César-Zeremonie fand in Paris unter der Leitung von Catherine Deneuve statt, die seit 1976 verliehen wird.


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